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Rhododendron richtig auswählen und optimal pflegen

Der botanische Name Rhododendron leitet sich ab aus den griechischen Wörtern „rhodon“ für Rose und „dendron“ für Baum. Zu Deutsch wird dieses beeindruckende Gehölz „Alpenrose“ genannt. Mittlerweile werden auch die kleineren Vertreter, die Azaleen, zu der Gattung der Rhododendren gezählt.

Schon lange hat der Rhododendron unsere Gärten erobert und ist zu einem wichtigen Gehölz in der Gartengestaltung geworden. Denn trotz seiner eigenwilligen Ansprüche, kann er vielseitig verwendet werden. Sein immergrünes Laub wertet triste Gartenecken auf und lässt sie im Frühjahr von April bis Mai mit seinen üppigen Blüten zu einem wahren Farbenfeuerwerk explodieren. Dies allein hat viele Züchter inspiriert, immer neue Farbkreationen hervorzubringen.

Die Artenvielfalt macht es möglich, selbst kleinste Bereiche, zum Beispiel Grabstätten, mit flach- und langsamwachsenden Sorten zu bepflanzen. Zur Zeit gibt es mehr als 30.000 Züchtungen weltweit.

Trotz seines Bekanntheitsgrades, haben viele Gartenbesitzer Probleme, ihren Rhododendron- pflanzen ein angenehmes Leben in ihren Gärten zu bescheren. Meist sind es ungeeignete Böden, die dem Rhododendron zu schaffen machen oder es wird der falsche Standort gewählt.

Mit dem richtigen Basiswissen bewaffnet und dem Willen, den Boden richtig zu bearbeiten, wird jahrelange Freude an der Rhododendron-Pflanzung garantiert.

Der Rhododendron: Wirklich eine Moorbeetpflanze?

Die etwas irreführende Bezeichnung „Moorbeetpflanze“ lässt viele Leute im Glauben, der Rhododendron wachse in moorigen und nassen Gebieten, wie zum Beispiel unser beliebtes Heidekraut, bekannt aus der Lüneburger Heide. Moorgebiete sind in der Regel offene Landschaften mit tiefgründigem, torfhaltigem (sauren) Boden und speichern von Natur aus viel Wasser wie ein Schwamm.

Der Rhododendron dagegen ist eine Waldpflanze, die keinen nassen, sondern feuchten und sauren Boden liebt. Durch die ständige Zufuhr und natürliche Kompostierung von Baumrinde, Blättern undNadeln, wird der Boden mit organischen Bestandteilen angereichert, die den Boden ständig und gleichmäßig sauer halten. Die Bezeichnung Moorbeetpflanze ist daher überholt.

Die Heimat des Rhododendron

Den meisten Menschen ist der Rhododendron aus japanischen Gärten her bekannt und wird fast ausschließlich damit in Verbindung gebracht. Tatsächlich kommen sie fast auf der ganzen Welt vor. Das Hauptverbreitungsgebiet dieses Gehölzes liegt im südlichen Bereich des Himalayagebirges.

Mehr als 500 Arten sind hier vertreten. Ungefähr 300 Arten tropischer Rhododendren, die in unseren Breiten nicht im Freiland gedeihen, sind zum Beispiel in den Gebirgen von Malaysia, Borneo, Indonesien und den Philippinen zu finden. In Ostchina, Korea und Japan sind weitere Artenbeheimatet, die auch bei uns gedeihen.

Selbst in Nordamerika, im Bereich der Rocky Mountains, sind Rhododendren zu finden. In Europa bis zum Kaukasus sind dagegen jedoch nur wenige Arten anzutreffen und auf dem afrikanischen Kontinent sind sie gar nicht vertreten.

Rhododendron Hybride Junifeuer

Wichtige Standortbedingungen für optimale Entwicklung

Wenn man die Verbreitungsgebiete des Rhododendron genauer betrachtet, wird deutlich, dass diese immergrüne Pflanze überwiegend milde Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit und hoher Niederschlagsmenge bevorzugt. Alle haben jedoch gemeinsam, dass sie in waldreichen Gegenden vorkommen.

Der Standort ist somit meist halbschattig bis schattig. Sonne verträgt der Rhododendron nur, wenn der Boden feucht genug und die Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit versorgt ist.

Da das flache Wurzelwerk des Rhododendron überwiegend fein ausgebildet ist, sollte der Boden weich, humos, wasserdurchlässig und leicht sauer sein (pH-Wert 4,5 – 5,5). Schweren, lehmigen und kalkreichen Boden vertragen die empfindlichen Wurzeln dieses Gehölzes auf Dauer nicht. Schnell kommt es dabei zu Mangelerscheinungen und die Pflanze wächst nicht mehr.

Auch ein Standort unter flachwurzelnden Bäumen wie zum Beispiel Fichten ist zu vermeiden, da es hier zu Wurzeldruck und einem Konkurrenzkampf um Wasser kommt, den der Rhododendron in derRegel verliert. Wenig Probleme machen da tiefwurzelnde Bäume wie Kiefern oder Eichen, die zudem noch Schatten spenden.

Rhododendron Hybride Junifeuer 2

Rhododendron richtig pflanzen, pflegen und düngen

Vorausgesetzt, die äußeren Bedingungen wie Standort und Bodenqualität stimmen, ist die Pflege von Rhododendren recht einfach. Wichtig ist vor allem, den pH-Wert (Säuregehalt) des Bodens niedrig zu halten. Ist der Boden von Natur aus zu kalkhaltig, so muss er vorher entsprechend präpariert werden. Erreicht wird dies durch reichliche und großflächige Einarbeitung zum Beispiel von Torf.

Bei sehr schweren Böden sollte außerdem Sand eingearbeitet werden. Optimales Ergebnis ist ein lockerer, krümeliger, gut wasserdurchlässiger Boden.

Bei der Pflanzung ist unbedingt darauf zu achten, das Pflanzloch breit und flach auszuheben. Der Wurzelballen sollte nicht zu tief in die Erde gesetzt werden, da der Rhododendron nur feinen Wurzelfilz bildet und diesen flach ausbreitet.

Danach mit einer jährlichen Gabe von Torf, der vorsichtig in den Wurzelbereich des Rhododendron eingearbeitet wird, den pH-Wert niedrig halten.Doch die Verwendung von Torf ist umstritten, da für dessen Abbau wertvolle Moorgebiete zerstört werden. Aus Umweltschutzgründen geht man nun mehr und mehr dazu über, Torf durch andere Substrate zu ersetzen. Als sehr gute Alternative und vollwertiger Ersatz für Torf gilt kompostierter Rindenmulch, auch Rindenhumus genannt. Dieses Material ist preiswert und wird in jedem Gartencenter oder gut sortiertem Baumarkt verkauft.

Der Rindenmulch wird im Garten in einem feuchten und schattigen Bereich einfach offen gelagert. Nach ungefähr ein bis zwei Jahren ist der Rindenmulch verrottet und zu Rindenhumus geworden. Auch Laub oder Nadeln von Nadelbäumen lassen sich auf diese Weise kompostieren und für die Rhododendron-Pflanzung wiederverwenden.

Torf und Rindenmulch sind in gut sortierten Gartencentern und Baumärkten zu finden und werden durchschnittlich zu folgenden Preisen angeboten: 70-Liter-Sack Torfca. 6,00 €70-Liter-Sack. Rindenmulchca. 3,00 €

• Rhododendron Pflege

Nach der Blüte ist es empfehlenswert, die abgeblühten Blütenstände auszubrechen. Dabei wird der alte Blütenstand vorsichtig abgebrochen, ohne die neuen Blatttriebe mit zu entfernen.

Dies ist insbesondere bei jüngeren Rhododendron-Pflanzen wichtig, da sonst zu viel Kraft in die Bildung von Samenständen verwendet wird, statt neue Blüten für das kommende Jahr zu bilden. Bei älteren und / oder schon meterhohen Pflanzen ist dies nicht mehr notwendig.

• Rhododendron Düngung

Für Rhododendren entweder organischen Gartendünger verwenden wie Oscorna Animalin, Hornspäne oder speziellen Rhododendron-Dünger. Auf keinen Fall Blaukorn verwenden, da Rhododendren keine chloridhaltigen Dünger vertragen.

Die beste Zeit für eine Düngung ist im Frühjahr ab März (Hornspäne ab Januar ausbringen, da sie erst nach ca. zwei bis drei Monaten zersetzt sind).

Eine zweite und letzte Düngung erfolgt dann Anfang Juli. Wie andere Gartenpflanzen auch, hat der Rhododendron dann genügend Zeit zu wachsen und seine Triebe vor dem Winter genügend auszuhärten.

Die besten Gartensorten

Wie schon vorher erwähnt, gibt es tausende von Rhododendron-Züchtungen weltweit. In diesem Abschnitt werden in einer Übersicht die Gruppen vorgestellt, die sich in unseren Breiten am besten bewährt haben und für eine Anpflanzung am häufigsten verwendet werden.

• Japanische Azaleen (Rhododendron [„Azalea“] japonica)

Sie sind die kleinsten Vertreter und gehören erst kurze Zeit zu der Gattung „Rhododendron“. Trotzdem werden sie immer noch unter dem Gattungsnamen „Azalea“ angeboten. Azaleen kommen aus Nord- und Mitteljapan, sind gut winterhart, verlieren aber einen Teil ihres immergrünen Laubes. Die Blätter sind klein und lanzettlich geformt und etwas behaart.

Die Blüte erscheint in ebenso kleinen Blüten in üppiger Fülle von April bis Mai. Es gibt sie in vielen Farben, meist in Weiß, Rot und kräftigem Rosa / Pink.

Azaleen wachsen langsam und breit und bleiben sehr niedrig. Sie erreichen nach Jahren meist nur eine Höhe von ca. einem Meter.

Preis für eine Azaleen Pflanze im Container, Größe ca. 30 cm: ca. 12,00 €

• Großblumige Rhododendren (Rhododendron-Hybriden)

Diese Gruppe ist immergrün, schnellwachsend und kann zwischen 1,50 bis 4,00 Metern hoch und breit werden. Die sehr großen und üppigen Blüten erscheinen je nach Sorte ab April bis Ende Juni.Zur Züchtung dieser Hybriden wurden die verschiedensten Wildarten verwendet.

Preis für eine Pflanze im Container, Größe ca. 40 cm: ca. 15 – 20,00 €

• Zwergrhododendren (Rhododendron yakushimanum)

Züchtungen dieser Gruppe wachsen sehr langsam und erreichen kaum mehr als eine Höhe von einem Meter. Die japanische Wildart Rhododendron yakushimanum ist bei den Züchtungen immer als ein Elternteil vertreten. Die großen Blüten erscheinen von Mai bis Juni meist in pastelligen Rot-, Rosa- oder Gelbtönen. Ein sehr typisches Merkmal dieser Gruppe ist die fein behaarte Unterseite der schmalen, dunkelgrünen Blätter.

Preis für eine Pflanze im Container, Größe ca. 25-30 cm: ca. 20,00 €

• Glocken-Rhododendren (Rhododendron williamsianum)

Diese Rhododendron-Gruppe zeichnet sich aus durch einen niedrigen Wuchs (ca. 1,00 Meter) und die großen, glockenförmigen Blüten, die meist etwas herunterhängen. Er blüht im Mai, meistens in Weiß- oder Rosatönen.

Preis für eine Pflanze im Container, Größe ca. 25-30 cm: ca. 26,00 €

• INKARHO – Rhododendren ®

Diese Art von Rhododendron ist keine Gruppe oder Sorte, sondern bezeichnet eine besondere geschützte Marke der INteressensgemeinschaft KAlktoleranter RHododendron.Rhododendron-Sorten, die zusätzlich diesen Namen tragen, sind auf kalkverträglichen Unterlagen veredelt.

Da unsere Gartenböden in Deutschland meist lehmig, tonig und kalkhaltig sind, macht diesen Rhododendren sehr zu schaffen. Wer also den Aufwand einer intensiven Bodenvorbereitung nicht betreiben und zudem noch auf Torf verzichten möchte, sollte diese besonderen Veredlungen ausprobieren. Verwendet werden ausgewählte, herkömmliche Sorten. Die Pflanzen sind im Preis etwas teurer, aber für schlechte Böden lohnt sich die Anschaffung.

Preis für eine Pflanze im Container, Größe ca. 25-40 cm: ca. 17 – 28,00 €

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