Selbst Obstbäume für kleinste Gärten pflanzen

Selbst angebautes Obst aus dem eigenen Garten ist gesund und dem Angebot aus dem Supermarkt immer vorzuziehen. Die Möglichkeit, sich ganz oder zum Teil aus dem eigenen Garten zu versorgen wird immer beliebter. Aber in Zeiten immer kleinerer Gärten wird dies immer schwieriger. Denn der oft enorme Platzbedarf von Obstbäumen sprengt die meisten Gartengrenzen.

Hier ist die Kreativität der Züchter gefragt, diese neue Situation zu berücksichtigen und entsprechende Pflanzen zu entwickeln. Denn der Trend im Garten geht seit geraumer Zeit in Richtung „Ikea-Prinzip“: Den zur Verfügung stehenden Raum platzsparend zu nutzen.

Seit Jahren am Markt, aber doch noch ziemlich unbekannt, sind Säulenobstbäume. Ja, Sie haben richtig gehört! Obstbäume, die säulenartig in die Höhe wachsen.

Die ersten Säulenobstbäume waren Apfelbäume und sind eher durch einen glücklichen Zufall entstanden.

Kurz zur Entstehung dieser neuen Züchtung:

Im Jahre 1955 entdeckte in Kanada ein Obstbauer namens Wajcik an einem seiner Apfelbäume eine Knospenmutation, die den Zweig so weit verändert hatte, dass die Fruchtansätze dicht an dicht um den Zweig angeordnet waren. Der Obstbauer hatte noch nie so viele Früchte an einem Baum gesehen und beschloss daher, diesen Zweig durch Veredlung auf einen Apfelwildling zu vermehren. Die ersten Säulenapfelbäume waren geboren, denn diese neue Züchtung des Herrn Wajcik bildete keine breite Krone aus, sondern blühte und bildete Früchte rund um die Mittelachse des Baumes!

Natürlich sprach sich dieser Zuchterfolg in Fachkreisen herum und die Obstbau-Forscher waren begeistert. Das Obstbau-Institut in East Malling / England ging noch einen Schritt weiter und verfeinerte die Züchtung, welche dann zum Patent angemeldet wurde: Die ersten Säulenapfelbäume unter dem geschützten Markennamen BALLERINA ®kamen in den Handel. Es wurde intensiv weitergezüchtet, um reichtragende, aromareiche Früchte zu erhalten. So führte der französische Obstbaumzüchter Henri Delbard bald seine eigene lizensierte Marke ein. Unter dem Markennamen STARLINE ® sindnun zahlreiche, sehr gute Säulenobstsortenin ausgesuchten Gartencentern und Baumschulen im Angebot.

Bislang wurden hauptsächlich Äpfel in dieser schmalen Sonderform angeboten. Aber mittlerweile gibt es auch diverse Zwetschgen-, Kirschen- und Birnensorten als schlanke Obstbäume.

Sie alle benötigen nur sehr wenig Platz, so dass durchaus mehrere Bäume dieser Art nebeneinander gepflanzt werden können (im Abstand von 50-80 cm). Wer keinen Garten hat, muss dennoch nicht auf seinen Obstbaum verzichten. Die Säulenobstbäume wachsen problemlos in größeren Kübeln. Hier sollte man allerdings darauf achten, die Erde alle 3-4 Jahre zu erneuern, damit der Baum immer über genügend Nährstoffe verfügt. Die Bäume müssen fast gar nicht geschnitten werden. Äpfel sind da ganz unproblematisch. Kirschen dagegen versuchen schon mal zu Seite hin auszubrechen. Dies kann durch Schnitt leicht wieder reguliert werden.

Geschmacklich sind diese neuen Obstsorten sehr gut, auch was die Gesundheit betrifft.

So sind schon einige Apfelsorten schorfresistent.

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