Gartenpflanzen, Gehölze und ihre Verwendung

Selbst Gehölze pflanzen

Es gibt wohl kaum einen Garten, in dem nicht wenigstens ein Baum und einige Sträucher wachsen. Meistens ist der Anteil der Gehölze am Pflanzenbestand sogar recht groß. In jedem Fall tragen sie jedoch in entscheidender Weise zum Erscheinungsbild eines Gartens bei. Geben Obstbäume und Beerensträucher schon dem kleinsten Nutzgärtchen sein unverwechselbares Aussehen, so sind es im Wohngarten anmutige Birken, duftender Flieder, immergrüne Eiben, klimmende Waldreben und flach am Boden kriechendes Immergrün. Das alles sind Gehölze, die mächtige Eiche so gut wie das nur fußhohe Heidekraut, die köstliche Früchte tragende Birne und die schön blühende Rose. Weder bei den einjährigen Sommerblumen noch bei den Stauden gibt es solche beträchtlichen Unterschiede in den Wuchsformen und der Größe. Die Gegensätze reichen bei den Gehölzen sogar bis in die Arten hinein, wie die stattliche Fichte mit ihren zahlreichen Zwergformen erkennen lässt. Das muss beim Pflanzen von Gehölzen bedacht werden, soll es keine unliebsamen Überraschungen oder Enttäuschungen geben.

Gehölze sind mehrjährig ausdauernde Pflanzen, deren oberirdische Triebe vollständig oder zumindest teilweise verholzen. Im Hinblick auf die Größe und die Wuchsform der Gehölze unterscheidet man Bäume, Sträucher unterschiedlicher Höhe, Zwergsträucher, kriechend oder niederliegend wachsende Sträucher und Klettergehölze. Die meisten unserer heimischen und in den Gärten verwendbaren fremdländischen Gehölze werfen ihr Laub vor dem Eintritt des Winters nach einer mehr oder weniger auffälligen herbstlichen Verfärbung ab. Diesen sommergrünen stehen die immergrünen Gehölze gegenüber. Zu ihnen gehören die meisten Nadelgehölze, aber auch einige Laubgehölze, wie die Stechpalme oder der Buchsbaum. Eines der wenigen Nadelgehölze, die alljährlich ihre Nadeln im Herbst abwerfen, ist die Lärche. Zwischen den sommergrünen und den immergrünen Gehölzen gibt es außerdem einige Übergänge, die als wintergrün bezeichnet werden, z. B. einige Zwergmispeln, Johanniskraut und der gewöhnliche Liguster.

Schon in frühester Zeit haben die Menschen in der Nähe ihrer Anwesen fruchttragende Bäume und Sträucher gepflanzt. In Mitteleuropa waren es zunächst der Holzapfel, Süß- und Sauerkirsche, die Haferschlehe, der Holunder und die Haselnuss sowie Stachelbeere, Himbeere und Brombeere. Mit den Römern gelangten dann die Vorläufer der heutigen Kultursorten von Apfel und Birne, auch Aprikosen, Pflaumen und die Weinrebe immer weiter nach Norden. Durch die sich vom Mittelalter an beachtlich weiterentwickelnde und ausbreitende Gartenkultur fanden nach und nach auch mancherlei Ziersträucher und Zierbäume Aufnahme in die Gärten. Die anfänglich als Heilpflanze gezogene Rose erfreute sich bald großer Beliebtheit und war als Damaszener- oder Monatsrose, Zimtrose und Moosrose sehr verbreitet. Vom Balkan kamen der Flieder und die Rosskastanie, und schließlich wurden auch aus den neu entdeckten überseeischen Ländern immer mehr bis dahin völlig unbekannte Pflanzen nach Europa gebracht. Im Laufe der Zeit haben sich dann viele dieser aus China, Japan und Nordamerika stammenden Bäume und Sträucher so bei uns eingebürgert, dass sie heute kaum noch als fremdländisch empfunden werden. Einige sind aus der gärtnerischen oder forstlichen Kultur heraus auch bereits verwildert, wie die aus Nordamerika stammende Robinie oder Falsche Akazie.

Außerdem haben sich bald auch namenhafte Züchter der eingeführten fremdländischen Gehölze angenommen und sie mit der Zeit zu den uns bekannten schönen und reich blühenden Bäumen und Sträuchern gemacht, ohne die gärtnerische Anlagen heute kaum noch denkbar sind. Angesichts der Fülle und Vielfalt aller dieser aus den entlegensten Weltgegenden zu uns gebrachten Gehölze und der zahlreichen im Laufe der Zeit entstandenen Züchtungen werden unsere heimischen Bäume und Sträucher oft leider etwas vernachlässigt, und das ganz zu Unrecht, gibt es doch unter ihnen viele, die sich durchaus sehen lassen können.

So steht die Kornelkirsche mit ihren schon im März erscheinenden gelben Blüten der viel bewunderten Zaubernuss aus Ostasien nur um weniges nach, und auch der Haselnuss lässt sich kaum ein vergleichbares Gehölz an die Seite stellen. Auch der Schneeball mit der gefüllt blühenden Form „Roseum“, die Schlehe, der Besenginster und das üppig schlingende Waldgeißblatt lassen es an eigenartiger Schönheit nicht fehlen.

Als bei uns heimisch gelten alle jene Pflanzenarten, deren natürliches Verbreitungsgebiet -in Mitteleuropa liegt oder diesen Raum mit einschließt. Nur wenige sind in ihrem Vorkommen ganz auf Mitteleuropa beschränkt. So kann man den märkischen Kiefern bis zu den Pyrenäen, bis in den Norden Skandinaviens und weit nach Sibirien hinein folgen. Unsere heimische Rotbuche ist auch in den Gebirgen Siziliens anzutreffen, und die kleine Preiselbeere wächst auch in Japan, auf Grönland und im arktischen Nordamerika- Andererseits treffen in den Ländern Mitteleuropas viele Pflanzenarten aufeinander, deren Hauptverbreitungsgebiete im ozeanisch beeinflussten Westeuropa, im kontinentalen Osteuropa, im skandinavischen Raum oder südlich der Alpen liegen. Eine solche Pflanze ist die Giokkenheide, die bei uns ihre östliche Verbreitungsgrenze hat. Zu den von Norden her über das Küstengebiet der Ostsee mehr oder weniger weit in das Binnenland verbreiteten Arten gehört die Krähenbeere. Von den kontinentalen Steppengebieten nördlich des Schwarzen Meeres her strahlen in unseren heimatlichen Steppen- und Felsheidenstandorte vor allem viele Staudenarten aus. Als eines der wenigen Gehölze dieser meist als pontisch bezeichneten Pflanzenarten ist die stellenweise bei uns vorkommende Strauch- oder Steppenkirsche zu nennen.

Selbst Laubbäume pflanzen

Starkwüchsige Bäume mit großen und ausladenden Kronen kommen für Gärten nur in besonderen Fällen in Betracht. Eschenahorn, Spitzahorn, Bergahorn, Silberahorn, Rosskastanie, Rotbuche, Hainbuche, Esche, Pappeln und viele Weiden sowie Linden sind ebenso wie Götterbaum, Tulpenbaum, Platane und Japanischer Schnurbaum vorzüglich zur Pflanzung in weiträumigen Anlagen geeignet. Ein einziger derartiger Baum kann jedoch in verhältnismäßig kurzer Zeit solche Ausmaße annehmen, dass nicht nur die Nutzungsmöglichkeiten des eigenen Gartens stark eingeschränkt, sondern auch die Nachbargrundstücke beeinträchtigt werden. Eine Silberpappel wird annähernd 30 m hoch und beansprucht mit ihrer ausladenden Krone dann eine Fläche von 200 bis 300 m², also fast einen ganzen kleinen Garten. Hinzu kommen noch die starke Durchwurzelung des Bodens und die Neigung zum Treiben von Wurzelschößlingen.

Etwas anders sind unsere beiden heimischen Eichenarten, die Traubeneiche und die Stieleiche, einzuschätzen, die zwar auch zu mächtigen Bäumen heranwachsen, dafür aber im Gegensatz zu den meisten anderen Laubbäumen sehr viel Zeit brauchen, dauert es doch immerhin fast 200 Jahre, bis sie ihr Höhenwachstum abgeschlossen haben. Die Kronen bleiben außerdem immer recht locker, so dass auch unter den Eichen noch ziemlich viel Licht auf den Boden gelangt. Die Standortverhältnisse werden also nicht so ungünstig beeinflusst wie beispielsweise durch die Rosskastanie, in deren tiefen Schatten wirklich kaum noch etwas wächst. Besonders die Traubeneiche wächst auch auf ärmeren und trockneren sandigen Böden noch sehr gut und ist zusammen mit Birken und Kiefern eine der wertvollsten heimischen Baumarten für derartige Standorte. Vor allem die jüngeren Bäume behalten das braune Herbstlaub oft bis ins folgende Frühjahr hinein am Holz und bilden so einen vortrefflichen Windschutz auch in der kalten Jahreszeit.

Es ist also nicht richtig, ohne Unterschied groß werdende Bäume für die Verwendung im Garten als unbrauchbar anzusehen. Zum einen kommt es eben sehr auf die jeweilige Baumart an, zum anderen spielen die Lage des Grundstücks, die Art der Bebauung und der anderweitige Bewuchs sowie die beabsichtigte Nutzung des Gartens eine ganz wesentliche Rolle. Obst und Gemüseanbau verlangen möglichst sonnige Flächen, hier sind starkwüchsige Bäume in unmittelbarer Nachbarschaft immer fehl am Platze. Wohngärten am Haus und vor allem Wochenendgärten, die ohnehin oft auf ehemaligem Waldgelände liegen, können dagegen mit Eichen, Birken und Kiefern, anderenorts auch Buchen, Ahorn oder Weiden einen ihnen gemäßen Rahmen erhalten. Man hat hier auch daran zu denken, dass für den vorhandenen Altbaumbestand beizeiten junger Nachwuchs herangezogen werden muss. Dieses Unterbauen hoher alter Bäume mit Unterholz und Jungbäumen ist das beste gestalterische Mittel, um vielen Waldgrundstücken den unliebsamen Forstcharakter zu nehmen. Leider wird stattdessen oft versucht, unter dem Schirm des alten Baumbestandes eine ganz andersartige Gartenpflanzenwelt heranzuziehen. Beide haben dann kaum etwas Gemeinsames, sie Verbindendes, sondern widersprechen sich in Aussehen und Ansprüchen, zum Nachteil des ganzen Gartens.

Auch beim Bepflanzen von Vorgärten und Hausgärten sollte nicht nur an die beliebten Rosen und kleinen Nadelgehölze gedacht werden. Das anheimelnde Bild der von mächtigen Linden am Rande des Dorfangers oder einer Esche auf dem Hofplatz gleichsam unter die Fittiche genommenen alten Bauernhäuser ist nicht ohne alles Zutun entstanden. Irgendwann einmal wurden sie gepflanzt, die schönen alten Hausbäume. Tun wir das Unsere für künftige Zeiten.

Meistens müssen für Gärten jedoch Baumarten gewählt werden, die den begrenzten räumlichen Verhältnissen entgegenkommen. Das sind alle jene Bäume, die sich durch einen gemäßigten Wuchs oder eine schmale Kronenform auszeichnen.

Selbst Nadelbäume im Garten pflanzen

Nadelbäume

Nadelbäume sind weltweit verbreitet und bilden insbesondere auf der nördlichen Halbkugel sowie in den Gebirgen ausgedehnte Wälder. Die häufige Gleichsetzung der Begriffe Nadelgehölze und Koniferen ist botanisch nicht richtig,

sind doch die Eiben zwar Nadelgehölze, aber keine Koniferen. Bis auf den Wacholder gehören alle heimischen Nadelgehölze der Familie der Kieferngewächse an. Der Wacholder ist der einzige heimische Vertreter der Zypressengewächse, die schon im Süden Europas mit vielen weiteren Arten vertreten sind.

Die Zahl der heimischen Nadelbaumarten ist gering. Allgemein verbreitet ist bei uns von Natur aus vor allem die Kiefer. Die Fichte, die Eibe und vor allem die Tanne sowie die Lärche sind außerhalb des Mittelgebirgsraumes im Flachland nur in künstlich aufgeforsteten Beständen anzutreffen. Für den Garten kommen außerdem noch einige aus nahen europäischen Ländern, ans Kleinasien, Nordamerika und aus China sowie Japan stammende Arten in Betracht. Viele dieser fremdländischen Nadelbäume haben sich bei uns bestens bewährt, einige sind geradezu unentbehrlich geworden.

Einer der am schnellsten wachsenden unserer Nadelbäume ist die Europäische Lärche. Obwohl von Natur aus ein ausgesprochener Gebirgsbaum, wächst die Lärche im Flachland erstaunlich gut, ohne besondere Bodenansprüche zu stellen. Armer Sandboden oder sehr flachgründige Standorte sagen ihr jedoch nicht zu, und wirklich schöne Bäume entwickeln sich nur im völlig freien Stand. Im Schatten anderer kümmert die Lärche. Man pflanzt sie deshalb möglichst ganz für sich allein stehend als Einzel oder mehrere Bäume zu einer kleinen Gruppe vereinigt.

Dabei muss das weitausgreifende Geäst bedacht werden. In kleinen Gärten reicht es bald über die Grundstücksgrenzen hinaus.

Die Krone bleibt aber stets ziemlich ölocker und licht, die Lärche beschattet den Boden also bei weitem nicht so stark wie Fichte oder Tanne, zumal sie im Herbst ihre Nadeln wie ein Laubbaum seine Blätter abwirft. Zumindest im zeitigen Frühjahr ist also der Platz unter und neben einer Lärche recht sonnig, so dass man eine sehr vielfältige Unterpflanzung mit blühenden Stauden und bodenbedeckenden Gehölzen vornehmen kann.

Die Fichte gedeiht auf humushaltigem und ständig ausreichend feuchtem Boden auch im Flachland sehr gut, günstig wirkt sich ferner hohe Luftfeuchte aus. Die Fichte ist ein flachwurzelnder Baum und leidet darum bereits unter vorübergehender Bodenaustrocknung. Andererseits ist auf flachgründigen moorigen Böden, die zunächst oft ein gutes Wachstum ermöglichen, die Windwurfgefahr bei den größer werdenden Bäumen groß. Unter Berücksichtigung aller dieser Gesichtspunkte ist zu entscheiden, ob die Fichte in einem Garten gepflanzt werden sollte. Dabei ist auch an die Höhen- und Breitenentwicklung der ziemlich schnellwüchsigen Fichte zu denken, die über 30 in und bis 10 m breit werden kann.

Der bei weitem anspruchsloseste heimische Nadelbaum ist die Waldkiefer oder Föhre. Sie wächst noch auf sehr dürftigem Sandboden, bleibt hier freilich kümmerlicher als auf besseren, genügend feuchten und etwas lehmigen Standorten. Desgleichen führt flachgründiger und feuchtmooriger Boden zum Kümmerwuchs der Kiefer. Als Wald- und Forstbaum ist die Kiefer allgemein bekannt. Im Blick auf den Garten sind vor allem die hohen Altbäume auf Waldgrundstücken von Bedeutung. Meistens werden sie wohl oder übel hingenommen. Man richtet sich darunter ein, so gut es geht, oder tut auch ganz so, als wären die Kiefern gar nicht da. Dahlien und Rosen, Stechfichten und Blütenstauden sowie der Rasen stehen dann in ständigem Kampf mit den ungünstigen Verhältnissen und dem anhaltenden Nadelfall. Besser ist es, den hohen Kiefernbestand als einen willkommenen Schirm für einen vielfältigen Unterwuchs zu nutzen, der im Schutz weit stehender Bäume vortrefflich gedeiht

Alte hohe Kiefernbestände bieten also meist ausgezeichnete Voraussetzungen für eine abwechslungsreiche und wirkungsvolle gärtnerische Bepflanzung. Bei aller Anspruchslosigkeit hat allerdings auch die Kiefer ihre Eigenheiten. Sie gehört zu den ausgesprochenen Lichtbaumarten, verträgt also keine Überschattung durch andere Bäume. Das Lichtbedürfnis geht so weit, dass sogar die Sämlinge der Kiefer im Schattendichtstehender Altbäume kümmern oder ganz eingehen. Eine Naturverjüngung alter Kiefernbestände ist darum nur an sehr lichten Stellen möglich. Auch durch seitliche Beschattung werden junge Kiefern in ihrer Entwicklung oft erheblich beeinträchtigt. Umso glücklicher sollte sich also eigentlich schätzen, wer auf seinem Grundstück junge Kiefern vorfindet, die im freien Stand zu bemerkenswert schönen Bäumen heranwachsen. Kiefernsämlinge lassen sich leicht verpflanzen, wenn man sie schonend, möglichst mit Erdballen ausgräbt und die Wurzeln sofort vor Lichteinwirkung und Lufttrockenheit schützt.

Als Waldbaum ist die Eibe bei uns nur noch an wenigen Stellen zu finden. Häufiger sieht man sie in Parkanlagen und Gärten Die Eibe wächst ziemlich langsam und erreicht auch im hohen Alter selten mehr als 10 m Höhe.

Sie verträgt außerordentlich viel Schatten und ist darum als immergrünes Unterholz sehr wertvoll; jung kann man sie sogar dicht am Stamm großer Bäume pflanzen. An natürlichen Standorten wächst die Eibe in Gemeinschaft mit Rotbuche, Spitz- und Bergahorn, Elsbeere, Eberesche und Wildapfel, aber auch Fichte, Kiefer und Hainbuche. Sie lässt sich im Garten vielseitig verwenden, zumal die Bodenansprüche verhältnismäßig gering sind. Dürrer Sandboden und stauende Nässe sind jedoch zu meiden. Wenn man sie wachsen lässt, wird die Eibe meist ebenso breit wie hoch, und so sieht sie auch am schönsten aus. Sie verträgt jedoch scharfen Rückschnitt bis ins alte Holz und treibt aus schlafenden Knospen kräftig aus.

Selbst strauchförmige Gehölze im Garten pflanzen

Sträucher unterscheiden sich von den Bäumen durch das Fehlen eines das Ast- und Zweigwerk der Krone tragenden Stammes. Sie verzweigen sich schon dicht über dem Erdboden oder treiben sogar unmittelbar aus dem Wurzelstock im Boden heraus zahlreiche, mehr oder weniger gleichrangige Triebe, die einen oft rundlichen, anderenfalls aufstrebend wachsenden oder auch weit überhängenden Busch bilden. Sträucher bleiben im Großen und Ganzen niedriger als Bäume. Die Wuchshöhe ist jedoch kein charakteristisches Merkmal, denn manche Kleinbäume erreichen auch im Alter niemals die Höhe mancher Großsträucher. Eine eindeutige Grenze lässt sich nicht ziehen, zumal es Gehölzarten gibt, die unter den jeweiligen Umständen entweder baumartig oder nur strauchförmig wachsen. Schließlich ist auch noch zu bedenken, dass manche langsam wachsenden Bäume lange Zeit buschförmig bleiben, ehe sich solche Heister zur richtigen Baumform entwickeln.

Selbst Großsträucher im Garten pflanzen

Allgemein bekannte Sträucher dieser Größenordnung sind der Holunder, Goldregen und Flieder. Entsprechend ihrer Höhe benötigen diese Gehölze auch genügend Platz in der Breite. Sie werden vor allem in der äußeren Rahmenpflanzung des Gartens gepflanzt, meist nur einzeln als Einsprengsel zwischen etwas niedrigeren Sträuchern, sofern genügend Platz vorhanden ist, auch in lockerer heckenartiger Reihung. Außerdem pflanzt man einzelne schön blühende Großsträucher an ausgesuchtem Platz auch ganz freistehend im Vorgarten, am Rande der Rasenfläche im Wohngarten oder in der Nähe des Sitzplatzes am Haus. Nicht vergessen werden darf bei alledem die Unterpflanzung mit niedrigen Gehölzen und Stauden.

Die Kornelkirsche eignet sich vortrefflich als Unterholz im lichten Baumbestand waldartiger Grundstücke; einzeln gepflanzt wird sie mit der Zeit meist baumartig.

Die gelben Kätzchen der Haselnuss sind beliebte Vorfrühlingsboten. Die Haselnuss verträgt ziemlich viel Schatten und könnte darum viel öfter als Unterholz im lichten Baumbestand und sogar in eng umbauten Höfen gepflanzt werden. Unter dem Haselstrauch ist noch Platz für niedrige Stauden, für Haselwurz, Maiglöckchen, Waldmeister, auch Immergrün und vielerlei Gräser sowie Farne. Als besonders früh austreibender Strauch macht sich an solchen Stellen dann auch die Alpenjohannisbeere mit frischem Grün angenehm bemerkbar.

Der Eingriffelige Weißdorn wie auch der sehr ähnliche Zweigriffe1ige Weißdorn mit der rotblühenden Sorte „Paulii“, dem Rotdorn, gehören zu unseren schönsten großen Heckengehölzen.

Das Pfaffenhütchen gehört zu den oft auch baumartig wachsenden Großsträuchern.

Die Salweide, die Reifweide, die Lorbeerweide und die Purpurweide sind zuweilen auch baumartig werdende Großsträucher, die sich wegen ihrer Neigung, sehr breite Gebüsche zu bilden, nur gelegentlich in Gärten verwenden lassen. Wo jedoch Platz ist, an sonst nicht nutzbaren Hängen und Böschungen und in unzugänglichen Ecken, gehören diese Strauchweiden jedoch zu den brauchbarsten Gehölzen, zumal man sie mit Ausnahme der Salweide sogar an Ort und Stelle auf sehr einfache Art durch Steckhölzer ansiedeln kann.

Für den schmuck hergerichteten Vorgarten ist der Holunder meist nicht das richtige, obwohl es auch hier bemerkenswerte Ausnahmen gibt. Hinter der Laube, am Kompostplatz oder in einem anderen abgelegenen Gartenwinkel und auch als Unterholz im lichten waldartigen Baumbestand ist der Holunder, der im Alter auch baumartige und recht malerische Formen annehmen kann, zur Blütezeit im Juni jedoch eine wirklich schöne Erscheinung.

Hohe Sträucher

Allgemein bekannte Vertreter dieser Größenordnung sind der Liguster, die Forsythie und der Falsche Jasmin oder Pfeifenstrauch. Sie eignen sich insbesondere für freiwachsende Heckenpflanzungen, die einen guten Sicht- und Windschutz bieten sollen. Meist pflanzt man sie gemischt mit etwas niedrigeren Sträuchern zusammen, unter Umständen sind aber auch einheitliche Pflanzungen das gegebene. Einzelne Sträucher werden an ausgesuchten Plätzen ganz freistehend im Rasen gepflanzt oder in niedrige Gehölz- und Staudenpflanzungen eingefügt.

Ein häufig vorkommender heimischer Strauch ist der Rote Hartriegel. Zu seinen Vorzügen gehören Anspruchslosigkeit und Schattenverträglichkeit. Er lässt sich überall in Heckenpflanzungen und Gehölzgruppen einfügen und füllt mancherlei Lücken. Im Herbst und Winter ist das bräunlichgrün bis rötlichdunkelbraun gefärbte Gezweig sehr reizvoll.

Auf ärmeren Böden erreicht die Haselnuss nicht ihre volle Höhe und bleibt insgesamt etwas schwachwüchsiger, ist aber dennoch gut brauchbar.

Besonders an der Ostseeküste ist der Sanddorn bei uns stellenweise sehr häufig. Sein eigentliches Verbreitungsgebiet reicht indessen von den Pyrenäen am Fuß der Alpen vorbei über den Balkan und Kleinasien bis nach China und Japan. Er wächst vornehmlich auf nur oberflächlich austrocknenden Kiesbänken, Sanddünen und an rutschigen Hängen. Außerdem braucht der Sanddorn zu seinem Gedeihen einen möglichst vollsonnigen Standort. Er muss also freistehen ohne Überschattung durch hohe Bäume. Geeignete Nachbarn in gebührendem Abstand sind die nahe verwandte Ölweide, Kiefern, Salweide und Eberesche. Auch der anderweitige Gehölzbewuchs in der Nähe von Sanddorn sollte immer locker und licht sein. Da der Sanddorn ein zweihäusiges Gehölz ist, männliche und weibliche Blüten also getrennt auf verschiedenen Sträuchern erscheinen, muss man zum Fruchtansatz immer mehrere dicht beieinander stehend pflanzen. Wenn im eigenen Garten der Platz knapp ist, lässt sich vielleicht in Absprache mit dem Nachbarn eine über den Gartenzaun hinwegreichende Gruppe bilden, damit auch noch Pflanzstellen für einige Wildrosen, Schlehen und Berberitzen frei bleiben.

Die Stechpalme wurde bereits als kleiner Baum genannt. Es dauert freilich schon einige Zeit, bis sie dazu heranwächst, und oft bleibt sie jahrzehntelang buschförmig. Die Stechpalme ist so gesehen ein ausgezeichnetes Unterholz für lichte Baumgruppen. Man sollte sie jedoch nicht zwischen viele andere Schattensträucher einzwängen, sondern etwas für sich pflanzen und mit niedrigen bodenbedeckenden Gehölzen oder Stauden umgeben.

Der allgemein bekannte heimische Liguster wird meistens in Form geschnittener Hecken verwendet. Nicht weniger wertvoll ist er jedoch auch als freiwachsendes Gehölz, das in Lücken zwischen anderen Heckensträuchern und als Gebüsch auf Böschungen und Abhängen zusammen mit vielen anderen heimischen Arten in Sonne und Schatten gepflanzt werden kann. Wer sich mit dem gewöhnlichen Liguster nicht zufrieden geben kann, der pflanzt die tiefdunkelgrüne Sorte „Atrovirens“, deren braun verfärbtes Laub im Winter sehr lange am Strauch hängt. Auch in gemischter Pflanzung sind einige solche Sträucher zwischen der gewöhnlichen Art sehr reizvoll. Für geschlossene Hecken sollte man dagegen immer einheitliches Pflanzenmaterial verwenden.

Der anspruchslose Kreuzdorn gehört zusammen mit Hartriegel, Berberitze, Schlehe und Hundsrose zu unseren wertvollsten heimischen Heckensträuchern für Gärten in der Landschaft. Er verträgt volle Sonne, wächst aber auch an halbschattigen Plätzen. Mitunter wird der Kreuzdorn im Alter auch baumartig. Vielen ist die bescheidene Schönheit dieses Strauches zu unauffällig, freilich kennt ihn auch kaum jemand. Seinen Namen Dorn trägt er zu Recht, und so wird er bei diesem oder jenem wenigstens als wehrhafter Heckenstrauch Anerkennung finden.

Ein naher Verwandter des Kreuzdorns ist der Faulbaum oder das Pulverholz, der zuweilen mit diesem zusammen am selben Standort wächst. Der Faulbaum bevorzugt jedoch feuchtere Stellen und verträgt auch mehr Schatten. Recht hübsch sieht er im Schmuck seiner kleinen, erst grünlichen, dann roten und schließlich schwarzvioletten Früchte aus, die schon während der lange anhaltenden Blütezeit von Mai bis August nach und nach reifen. In landschaftlichen Gärten ist der Faulbaum für Hecken und Gebüsch im Verein mit Pfaffenhütchen, Haselnuss und Schneeball sowie als Unterholz geeignet.

Mittelhohe Sträucher

Allgemein bekannte Sträucher dieser Größe sind die Heckenkirsche, Hundsrose und Spiräen. Es sind überwiegend gute Heckensträucher für gemischte und auch einheitliche Pflanzungen. Sie bieten noch ausreichenden Blickschutz und in unmittelbarer Nähe der Gehölze auch einen gewissen Windschutz. Wegen ihrer geringeren Höhe beanspruchen sie weniger Platz in der Breite und eignen sich darum insbesondere zur Pflanzung in kleineren Gärten. Viele Arten gehören zu unseren schönsten Blütensträuchern, die am besten, in kleinen Gruppen oder auch einzeln stehend gepflanzt, zur Geltung kommen.

Heimische Arten

Ein schöner anspruchsloser heimischer Strauch für sonnige und schattige Standorte ist die Gemeine Berberitze, auch Sauerdorn genannt. Die rotblättrige Sorte B. v. „Atropurpurea“ muss immer möglichst sonnig stehen, sonst vergrünt das Laub. Der etwas unangenehme Duft der Berberitzenblüten ist bei der Standortwahl zu berücksichtigen, man pflanze die Sträucher also nicht in der Nähe des Sitzplatzes oder unter dem Wohnzimmerfenster. Schön wirken die Sträucher im Spätsommer und Herbst im Schmuck der zahlreichen kleinen roten länglichen Beeren, die ein begehrtes Futter der Vögel sind. In der Nähe landwirtschaftlicher Nutzflächen soll die Berberitze als Zwischenwirt des Getreiderostes nicht gepflanzt werden.

Einer der zuverlässigsten Schattensträucher, der aber auch die Sonne nicht scheut, ist unsere heimische Gemeine Heckenkirsche. Der Ende Mai weiß und gelblich blühende Strauch ist überall in Hecken und als Unterholz brauchbar. Die hübschen kleinen roten „Kirschen“ bleiben leider nur kurze Zeit hängen. Durch besonders zeitigen Austrieb im Frühjahr zeichnet sich die sehr ähnliche Tatarische Heckenkirsche aus. Außerdem gibt es noch andere Arten und Hybriden.

Einer unserer schönsten heimischen Blütensträucher des Frühjahrs ist die Schlehe, auch Schlehdorn oder Schwarzdorn genannt. Der Wuchs ist sehr dicht sparrig verästet und durch zahllose spitze Sprossdornen gekennzeichnet. Der Strauch treibt außerdem Wurzelausläufer, so dass undurchdringliche Hecken und Gebüsche entstehen, die zur Blütezeit im April mit ihren unzähligen kleinen weißen „Pflaumenblütchen” einen zauberhaften Anblick bieten. Im Spätsommer reifen kleine schwarze blaubereifte kugelige Steinfrüchte, die oft bis in den Winter hinein am Strauch hängen. Die Schlehe stellt nur geringe Bodenansprüche, verträgt aber keinen dichten Schatten. Am besten wächst sie in freien Hecken, die vereinzelt durchsetzt sein können mit ihren natürlichen Begleitern, wie Berberitze, Roter Hartriegel, Haselnuss, Hundsrose, Kreuzdorn, Wolliger Schneeball, auch Liguster und Pimpernuss. Einzelne Schlehensträucher sind zusammen mit Wacholder in heideartigen Gärten sehr reizvoll. Die Schlehe ist im Übrigen ein ganz vorzügliches Vogelschutzgehölz.

Unsere häufigste heimische Wildrose ist die Hundsrose, stachlig und schön zur Blütezeit im Juni, aber auch später im Herbst mit den vielen roten Hagebutten. Die Hundsrose wächst auf kräftigen Böden sehr üppig, sie gedeiht aber auch noch auf Sandboden, sofern dieser nicht zu trocken ist. Rosen gehören bis auf wenige Ausnahmen in die Sonne. In gemischten Heckenpflanzungen zwischen Berberitzen, Schlehen, Hartriegel und anderen schon mehrfach erwähnten heimischen Sträuchern darf die Hundsrose eigentlich nicht fehlen. In waldartigen Gärten, Heidegärten und auf grasigen Abhängen oder Böschungen kann man sie jedoch auch als breit ausladend wachsenden Einzelstrauch pflanzen, umgeben von anspruchslosen Wildstauden, wie Scharfgarbe, Seifenkraut, Johanniskraut und Kartäusernelke, wenn es etwas gärtnerischer aussehen soll, wählt man die Edelgarbe, Wiesenmargerite und Salbei.

Der Hundsrose recht ähnlich ist die Schottische Zaunrose, die etwas straffer aufrecht wächst, sich also bei etwas beengten Platzverhältnissen besser einfügen lässt.

Ferner sind in diesem Zusammenhang die hohen Park- oder Strauchrosen zu erwähnen, die in einigen Sorten die Schönheit der Wildrose mit dem Reiz der Gartenrose vereinen.

Die Weiße Rose ist eine uralte Bauerngartenrose, sehr hart und anspruchslos.

Die Berg- oder Hechtrose fällt durch ihre schlanken bläulichroten Triebe und

Roten Blätter auf, sie ist außerdem eine Rose fast ohne Stacheln.

Selbst niedrige Stauden pflanzen

Als allgemein bekannte Sträucher dieser Größe können der Elfenbeinginster, die Kartoffelrose und die Hortensie genannt werden. Es sind meist recht wüchsige Gehölze, also keine ausgesprochenen Zwergsträucher für den Steingarten. Sie bleiben jedoch im Wesentlichen unterhalb der Augenhöhe, so dass der Blick frei über sie hinweggehen kann. Als Blickschutz kommen sie also kaum in Betracht. Sie dienen der kleinräumlichen Untergliederung einzelner Gartenbereiche, werden als

Vorpflanzung bei höheren Gehölzen eingesetzt, sind aber auch besonders als reizvolle Blütensträucher geschätzt. Die meisten Arten stammen weither aus Nordamerika oder Ostasien. Wirklich heimisch und weit verbreitet ist bei uns nur der Besenginster.

Im Vergleich zu unserer heimischen Berberitze, dem Sauerdorn, bleiben die aus China und Japan stammenden Berberis- Arten sowie die aus ihnen hervorgegangenen Züchtungen verhältnismäßig kleine Sträucher. Berberis thunbergii stammt aus Japan, wächst dicht verzweigt, Blätter frischgrün mit schöner gelber bis roter Herbstfärbung. Sehr zierend wirken auch die oft bis zum Winter an den Trieben hängenden kleinen roten Beerenfrüchte. Eine rotblättrige Sorte ist „Atropurpurea“, nur etwa 1 m hoch wird „Smaragd“ mit leuchtend grünen Blättern. Berberis julianae ist die starkwüchsigste der immergrünen Berberitzen, wird bis 2 m hoch und ist mit 3 cm langen, dreiteiligen Blattdornen bewehrt. Berberis x hybridogagnepainii bleibt niedriger und ist in allem etwas zierlicher. Berberis stenophylla wächst sehr locker mit weit überhängenden Zweigen, wirkt dadurch mitunter etwas wirr, ist also weniger für den kleinen Wohngarten, sondern mehr für Wildnisgartenräume geeignet. Alle diese Berberitzen, denen man auch noch einige weitere, zum Teil als Zwergsträucher geltende Arten hinzufügen kann, passen untereinander gut zusammen, lassen sich aber auch mit anderen niedrigen und bodendeckenden Gehölzen sowie Stauden zusammenbringen. Sie stellen nur geringe Bodenansprüche und gedeihen in Sonne und Halbschatten.

Der Elfenbeinginster ist ein ebenso schöner wie anspruchloser Blütenstrauch, der mit seinen graugrünen, fast blattlosen Trieben auch im Winter sehr ansprechend wirkt. Er wächst in jedem leichten durchlässigen Boden an möglichst sonnigem Standort am flachen Hang, auf kleiner Anhöhe oder oberhalb einer Trockenmauer. Besonders schön wirkt er in heideartigen Gärten, umgeben von vielen Gräsern und mit kleinen Frühlingsstauden sowie Blumenzwiebelgewächsen unterpflanzt. Leider ist er bei uns nicht zuverlässig winterhart, er wächst jedoch ziemlich schnell und ist nötigenfalls leicht ersetzt.

Unser heimischer Besenginster wird mitunter über 2 m hoch, bleibt dabei jedoch recht durchsichtig und friert meistens alle paar Jahre stark zurück. Die Ansprüche und die Verwendung gleichen denen des Elfenbeinginsters. Der Besenginster wirkt aber stärker als Wildpflanze und ist deshalb im Garten in der Stadt weniger am Platz. Hier pflanzt man dafür eine der in Kultur entstandenen Sorten, wie „Andreanus“ oder „Firefly“.

Schöne Frühsommerblüher für Vorgärten oder besonders ausgewählte Pflanzenstellen am Sitzplatz sind einige niedrige Deutzia- Hybriden, wie Deutzia X rosea oder Deutzia x hybrida „Mont Rose“, die man einzeln in einen Grund aus niedrigen Kriechastilben, verschiedenen Sedum- Arten oder dem kleinblättrigen Spindelbaum setzt.

Ein Strauch von ausgesprochenem Steppencharakter ist der Salzstrauch. Er stammt aus dem südlichen Sibirien, hat silbrig schimmernde graugrüne Blättchen und blüht im Juni mit weißen bis blass- violetten Schmetterlingsblüten. Der etwas dornige und locker bezweigte Strauch wächst auf trocknen und auch mageren Böden, muss aber immer sonnig stehen, nicht bedrängt von anderen hohen Gehölzen. Am besten steht er in einer bodendeckenden Pflanzung aus niedrigen Stauden und Gräsern, wie der Katzenminze.

Zwergsträucher pflanzen

Zwergsträucher werden meist nur einzeln oder in kleinen Gruppen an ausgewählten Gartenplätzen, umgeben von kleinen Gräsern und ganz niedrigen Stauden, gepflanzt. Einige Arten sind vorzügliche Steingartenpflanzen. Insbesondere das Heidekraut und die Schneeheide eignen sich auch für flächige Pflanzungen.

Einer der häufigsten heimischen Zwergsträucher ist die Besenheide oder das Heidekraut. Das immergrüne Sträuchlein wächst auf dürftigstem Sandboden. Je sonniger die Pflanzflächen liegen, desto dichter und reichblühender wird der Bewuchs. Trotz oder gerade wegen seiner Anspruchslosigkeit lässt sich das Heidekraut jedoch nicht nach Belieben in jedem Garten heranziehen. Andererseits müssen vorhandene Heidekrautbestände oft vermeintlich besseren Gartenpflanzen zuliebe weichen. Unter hohen Kiefern, auf Dünensand und über Kies oder Urgesteingeröll ist das Heidekraut in seiner Genügsamkeit und Schönheit unübertrefflich. Birken, Wacholder und Ginster aller Art gehören dazu, auch Wildrosen sowie Gräser und Stauden der Heide, wie der Blaustrahlhafer, die Grasnelke, die Heidenelke, und der halbstrauchige Zitronenduft- Thymian.

Die vor allem in den Alpen verbreitete Frühlings- oder Schneeheide gedeiht im Gegensatz zum Heidekraut auch in gewöhnlichem Gartenboden und ist als reicher Vorfrühlingsblüher sehr beliebt. Sie, wächst in der Natur auf freien Hängen, im Felsschutt, zwischen Latschenkieferngebüsch und in lichten Bergwäldern. Die Schneeheide gedeiht also auch im lichten Schatten, wird hier jedoch lockerer und blüht weniger. Im Garten pflanzt man sie möglichst an etwas sonnige Plätze zwischen kleine Laub- und Nadelgehölze, am Stamm hoher Kiefern, vor Trockenmauerwerk und andere etwas herausgehobene Stellen. Es gibt verschiedene Sorten in den Blütenfarben Weiß, Rosa und Rot. Am besten wird vorherrschend jeweils nur eine Farbe gepflanzt. An einigen Stellen können dann einzelne Pflanzen oder kleine Gruppen in abweichenden Farbtönen hinzugesetzt werden, Phlox, Pfingstrosen und dergleichen Gartenstauden gehören nicht in die Nähe der Schneeheide. Passende Nachbarn sind u. a. kleine Gräser, wie die Erdsegge, die Bergsegge oder das blaue Kopfgras, auch kleine Blütenstauden, wie das Leberblümchen und die Schneerose.

Ganz mit der Schneeheide verwoben wächst der Edelgamander, ein reizender kleiner Halbstrauch. Sein weites Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeergebiet bis zum Harz und dem südlichen Ural, immer dem Gestein der Berge folgend. Das wintergrüne Sträuchlein blüht im Sommer karminrot oder weiß und eignet sich für den Steingarten, für Fugen in Trockenmauerwerk, auch heideartige Pflanzstellen und als Einfassungspflanze im Kräuter- und Gewürzgarten. Als Nachbarn sind niedrige Stauden, wie Polster- oder Teppichglockenblumen, Felsennelke sowie kleine Gräser, z. B. Blauschwingel, geeignet.

Zu heideartigen Pflanzungen passt vorzüglich die im Spätsommer blau blühende Bartblume. Sie muss sonnig und etwas geschützt stehen, auch am Fuß einer Trockenmauer im Steingarten.

Bodendeckende Sträucher pflanzen

Zu den wichtigsten Eigenschaften dieser Gehölze gehört ihr Ausbreitungsvermögen durch Wurzelausläufer oder sich bewurzelnde Triebe. Man kann mit ihnen auch auf größeren Flächen eine verhältnismäßig niedrige, aber dicht geschlossene Pflanzendecke erzielen.

Das Heidekraut und die Schneeheide eignen sich bei geeigneten Standortbedingungen auch sehr gut für größere flächige Pflanzungen. Oft gemeinsam mit dem Immergrün überzieht der Efeu den Boden unter hohen Bäumen und Sträuchern. Er wurde schon in frhesten zeiten in Kultur genommen, und so ist es nicht verwunderlich, dass es viele Sorten mit etwas abweichenden Wuchs- und Blattformen gibt. „Conglomerata“ ist eine Zwergform, sehr gemäßigt wachsend und darum als „Steingartenefeu“ geeignet. „Arborescens“ ist eine durch vegetative Vermehrung fixierte Altersform des Efeus, wächst zu niedrigen rundlichen Büschen heran, die keine langen Bodentriebe bilden und auch nicht klettern.

Die Heidelbeere lässt sich in naturhaften Waldgärten an lichten Stellen gut als wintergrüner Bodendecker verwenden. Vor allem sollten vorhandene Bestände entsprechend geschont und in die Gestaltung einbezogen werden. Noch vielseitiger ist die Preiselbeere verwendbar. Dieser hübsche immergrüne Zwergstrauch breitet sich mit unterirdischen Ausläufern aus und überzieht an sonnigen bis halbschattigen Stellen den Boden mit einem niedrigen Teppich. Im Mai und Juni erscheinen reizvolle weiße oder rötliche Blütenglöckchen, denen später die beliebten roten würzigen Früchte folgen. Humushaltiger Sandboden stellt diese kleine Schönheit unserer heimischen Wälder und Heiden vollauf zufrieden, nur Kalk und Dünger muss man fernhalten. Für kleine Rhododendrongruppen, zwischen Wacholder und Heidekraut mit seinen Begleitern ist die Preiselbeere ein vortrefflicher Bodenbegrüner.

Unser heimisches Immergrün ist der am weitesten nach Norden vordringende Vertreter einer sonst in wärmeren Gebieten weit verbreiteten Pflanzenfamilie, der Hundsgiftgewächse, in die auch der als Kübelpflanze beliebte Oleander gehört. Das Immergrün ist ein ganz flach am Boden wachsender Halbstrauch. Die hübschen blauen Blüten erscheinen im Mai, vereinzelt auch noch später.

Schreibe einen Kommentar