Selbst Rasen sähen

In nahezu jedem Garten gibt es eine mehr oder weniger große Rasenfläche. Ob als Spielfläche für Kinder, als Liegewiese für Sonnenanbeter oder als ruhige Insel im bunten Blumenmeer: auf den grünen Teppich im Garten möchte niemand verzichten. Wenn eine Rasenfläche neu angelegt werden soll, kann zwischen Rollrasen und Rasenaussaat gewählt werden. Die Aussaat ist eine einfache und kostengünstige Methode.

Die Neuanlage eines Rasens ist bei Außentemperaturen ab zehn Grad möglich, der beste Zeitpunkt ist jedoch das Frühjahr. Die jungen Gräser sind zwischen der Aussaat und dem ersten Mähen extrem empfindlich gegen Trockenheit, und im Sommer bräuchte man ein Vielfaches der Wassermenge, um Wachstumsstockungen zu verhindern. Ein Sommergewitter mit heftigen Regenfällen dagegen würde die Neusaat einfach wegschwemmen. Bei einer Aussaat im Herbst besteht die Gefahr, dass die noch jungen Pflanzen den Winter nicht unbeschadet überstehen.

Rasensamen sind in jedem Gartencenter erhältlich, für eine Fläche von 100 qm muss man mit Kosten zwischen 30 und 50 Euro rechnen. Ein lockerer, leicht sandiger und von Unkraut und Steinen befreiter Boden eignet sich am besten zum Aussäen. In Neubaugebieten ist der Untergrund häufig durch Baumaschinen verdichtet. In diesen Fällen empfiehlt es sich, den Boden zuerst mit einer Motorhacke zu bearbeiten und eventuell gleichzeitig Sand einzubringen. Die Fläche sollte je einmal in Längs- und Querrichtung durchgearbeitet werden.

Anschließend harkt man die Fläche mit einem Rechen gründlich ab und beseitigt dabei Steine, Kies und grobe Erdklumpen. Vor dem Einbringen des Saatgutes sind alle gröberen Partikel gründlich zu entfernen. Um ein perfektes optisches Bild für die spätere Rasenfläche zu erzielen, ist es wichtig, dass der Untergrund völlig eben ist. Daher sollten Unebenheiten mit einem Brett glatt gezogen werden, eventuell ist mit dem Rechen nachzuarbeiten.

Das Ausbringen der Rasensaat funktioniert am besten mit einem Streuwagen. So ist garantiert, dass die Samen gleichmäßig über die Fläche verteilt werden. Zwar kann dies auch per Hand erfolgen, Ungeübten wird es jedoch nicht ohne weiteres gelingen, das Saatgut gleichmäßig auszustreuen. Stellen, die weniger Samen abbekommen, sind besonders anfällig dafür, dass sich Unkräuter ansiedeln.

Nach dem Einsäen ist das Saatgut gut anzudrücken. Dies erfolgt mit einer Walze, die man je einmal in Längs- und Querrichtung über die Saatfläche schiebt. Hierdurch wird verhindert, dass die Samenkörner gleich beim ersten Windstoß davon fliegen, zusätzlich wird das Keimen der Samen gefördert. Nach einigen Tagen sieht man die ersten grünen Grashalme, nach ungefähr sechs Wochen kann zum ersten Mal gemäht werden. Bis zur ersten vollen Nutzung des Rasens müssen nach der Aussaat je nach Wuchsgeschwindigkeit zwischen acht und zwölf Wochen warten.

Wer sich für Rollrasen entscheidet, braucht nicht so lange zu warten, dafür sind die Kosten jedoch mit zwei bis fünf € pro Quadratmeter deutlich höher. Die Vorbereitung des Bodens erfolgt in gleicher Weise wie bei der Aussaat, danach werden die Rollen zueinander versetzt ausgelegt. Anschliessend wird gewalzt und gut gewässert. Nach drei Tagen ist der Rasen begehbar, nach ein bis zwei Wochen kann bereits gemäht werden.

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