Düngen mit Kompost

Um die Fruchtbarkeit des Gartenbodens zu erhalten, müssen Nährstoffe eingebracht werden, da diese dem Boden durch im Garten angebautes Gemüse, Blumen und Sträucher entzogen werden. Eine sinnvolle Weise der Düngung ist die Verwendung von Kompost, der aus Gartenabfällen und anderen organischen Stoffen gewonnen wird. Dabei handelt es sich um eine Art von natürlichem Recycling.

Bei einem herbstlichen Waldspaziergang wird das Prinzip dieses Vorgangs deutlich: Das herab fallende Laub wird von größeren Bodenlebewesen wie Regenwürmern, Schnecken, Asseln usw. zerkleinert und anschließend von Pilzen und Bakterien vollkommen zersetzt. Dabei werden die organischen Substanzen in ihre mineralischen Bestandteile zerlegt, die wiederum von den Pflanzen über die Wurzeln als Nährstoffe aufgenommen und verwertet werden. Der Naturkreislauf ist somit geschlossen.

Verschiedene Typen von offenen und geschlossenen Behältern sind für die Kompostierung geeignet. Die Aufstellung sollte in jedem Fall auf unversiegeltem Boden erfolgen, damit Kleinstlebewesen einwandern können. Günstig ist ein Standort im Halbschatten. Ein Kompostsilo mit einem Kubikmeter Rauminhalt reicht für eine Gartenfläche von 300 bis 400 qm aus. Thermokomposter verwandeln organische Abfälle besonders schnell in dunklen, nahrhaften Kompost. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann ein Silo zur Kompostierung jedoch auch selbst gebaut werden.

Bei der Anlage eines Komposthaufens errichtet man ein „Fundament“ aus grob zerkleinerten Ästen und sperrigen Pflanzenteilen, damit Staunässe verhindert wird. Auf diesen Untergrund kann man alle organischen Abfälle schichten, jedoch immer zerkleinert und gut gemischt. Nach jeweils 20 cm bestreut man das Ganze mit etwas Blumenerde oder Kompost vom vergangenen Jahr. Die Zugabe von Gesteinsmehl unterbindet die Geruchsbildung.

Geeignete Materialien zur Kompostierung sind Gartenabfälle wie verwelkte Blumen, Staudenreste, zerkleinertes Schnittmaterial von Hecken und Sträuchern, alte Erde vom Umtopfen, kleine Mengen von Laub und Grasschnitt. Darüber hinaus kann man Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kartoffelschalen, Kaffeesatz und zerdrückte Eierschalen zum Kompost geben, genauso wie kleinere Mengen von zerkleinerter Wellpappe und unbedrucktem Papier sowie Haare. Fleisch-, Fisch- und Käsereste aus der Küche, erkrankte Pflanzen, faules Obst, Produkte aus Kunststoff und jede Art von festem Abfall gehören nicht auf den Kompost.

Der Kompost ist immer wieder gut zu lüften, das erfolgt am Besten durch Umschichtung mit einer Harke oder ähnlichem Gerät. Wenn der Behälter gut gefüllt ist, wird alles mit Erde, Stroh oder Schilf abgedeckt. Nach sechs bis acht Monaten ist der Kompost reif und duftet wie der Waldboden nach einem Regenschauer.

Pflanzen, die mit Komposthumus gedüngt werden, sind gesund, kräftig und widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten. Den feinkrümeligen reifen Kompost kann man zur Anzucht von Saatgut oder Blumenerde verwenden. Halbfertiger Kompost lässt sich ebenfalls verwenden: Im Herbst kann man den Pflanzen eine kräftige Nahrungsspritze mit halbreifen organischen Material verabreichen, das oberflächlich aufgebracht wird.

Durch Kompostierung kann man das Abfallaufkommen im Durchschnitt um 40% verringern. Somit tut man nicht nur den Pflanzen im Garten etwas Gutes sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

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